„Du bist gerade am Anschlag, keiner klatscht Applaus“ – so singt Peter Maffay auf seinem neuen Album „Jetzt“ – „dein Leben ist ne Achterbahn, aber du machst das Beste draus.“

Das könnte das Lied für dich sein! Danke für die Inspiration an Christine, Reisebüro Bromann.


Kopf in den Himmel oder 10 Tipps um diese anstrengenden Tage zu bestehen

Ist es dir heute zum Schreien zumute? Oder würdest du am liebsten einfach alles hinwerfen und nach Hause gehen?

Ja, diese Tage gehören zu den schwärzesten Tagen in der Touristik.

Was haben wir schon alles für Konkurse, Natur-Katastrophen, Kriege und Rückschläge in unserer Branche erlebt? Selbst ich, als Reisebüro-Trainerin und Coach, bin auch voll betroffen: Kein Reisebüro, kein Veranstalter, keine Kooperation will jetzt gerade ein Training mit mir. Da darf ich auch hoffen und beten…

Bei mir hat es mit diesen rabenschwarzen Tagen tatsächlich gleich am Anfang meiner Laufbahn begonnen. Ich habe bei Hetzel-Reisen in der Ägypten Abteilung gearbeitet und gleich die Auswirkungen des Jom Kippur-Krieges 1973 zu spüren bekommen. Auch der Konkurs meines geliebten Veranstalters Hetzel-Reisen in Stuttgart hat mich dann als Inhaberin mehrerer Reisebüros schwer getroffen. Sehr traurig – ein renommierter schwäbischer Betrieb.

ABER (jetzt sage ich auch mal dieses Unwort) wir werden auch das überstehen! Für mich ist das Gegenteil von Angst Neugierde und ich bin echt neugierig was für spannende Zeiten jetzt wieder auf uns zukommen.

Vermutlich gibt es wieder ordentlich viel zu erfahren und zu lernen. Ich wünsche mir ganz besonders von und für euch, dass ihr jetzt lernt, euren Wert den Kunden gegenüber glasklar herauszustellen und mit dem Kopf hoch im Himmel den Kunden von eurem Können, eurer Daseinsberechtigung und eurer Unterstützung zu überzeugen.

Und im besten Fall, das Vertrauen der Kunden zu festigen und die Vorteile eines Reisebüros zu stärken. Das ist jetzt die Gelegenheit! Also zeigt euch, wie großartig ihr seid!

Es kommen wieder gute Zeiten!

Hier kommen meine bewährten 10 besten Tipps. Damit kannst du dir in jeder Situation etwas Gutes tun und anstrengende Tage bestehen:

Tipp 1: Mal kurz was ganz Anderes tun

Du hast durchaus das Recht nach einer für dich belastenden Situation oder diesem momentanen Dauerstress den Counter mal kurz zu verlassen. Das bedeutet, dass du entweder zwischendurch einen Kaffee holen gehst, eine Runde an die frische Luft gehst oder auch nur für drei Minuten ein bisschen Quatsch mit deiner netten Kollegin machst. Einfach um dich kurz abzulenken und die negativen Emotionen loszuwerden. Das ist zurzeit auch nötig, wenn du gerade eine E-Mail oder einen Facebook-Post gelesen hast, die deinen Blutdruck in die Höhe getrieben haben oder nach einem langen Erklärungsgespräch mit einem Kunden.

Und sollte es unmöglich sein, dass du deinen Arbeitsplatz verlassen kannst, so mache einfach einen imaginären Schritt zur Seite. Begebe dich also gedanklich an die frische Luft und versuche Abstand zu gewinnen. Das funktioniert auch mit einem kurzen Schritt in den Urlaub, an den Strand, auf die Liege. Versuch es einfach mal!

Tipp 2: Entspanne dich und deine Muskeln

Tiefe Atmung hilft dir dabei, dich körperlich zu entspannen. Die Muskeln, das Gewebe und die inneren Organe werden nun über das Blut wieder besser mit Sauerstoff versorgt. Wirklich ruhig und gelassen bleibst du nämlich nur, wenn du sowohl körperlich als auch mental entspannt sind. Diese beiden Faktoren beeinflussen sich gegenseitig. Das bedeutet: Wenn du dich bewusst körperlich entspannst, kannst du in Stresssituationen zukünftig auch geistig mehr Ruhe bewahren. Das geht so:

  1. Schließe die Augen und spüre in dich hinein. Spüre wie du auf deinem Stuhl sitzt. Komme mal kurz hier an. Fühlst du die Anspannung? Und wenn ja, wo? Gehe nun in Gedanken jeden einzelnen Muskel deines Körpers durch, vom großen Zeh über die Beine, den Bauch, die Arme und Hände bis hin zu Hals, Kiefer und selbst den Augen. Entspanne also jeden dieser Muskeln nacheinander ganz bewusst. Versuche diese neue Lockerheit so lange wie möglich zu bewahren.
  2. Mache kleine Dehnübungen auf deinem Stuhl oder wenn du kannst, etwas Yoga. https://www.nuernberger.de/ratgeber/beruf/yoga-uebungen-buero/
  3. Wenn möglich, lege eine kurze Pause einlegen und mache einen kleinen Spaziergang an der frischen Luft. Versuche auch dabei in der Entspannung zu bleiben und atme die Luft tief ein.
  4. Meditation, progressive Muskelentspannung oder auch autogenes Training können dir mit etwas Übung dabei helfen, langfristig ruhiger und gelassener zu leben, so dass du stressige Situationen von vornherein als weniger belastend erlebst.
  5. Wenn du abends Lust hast, kann Sport bei der körperlichen und geistigen Entspannung helfen. Ein wenig Auspowern bringt dich auch wieder auf neue Gedanken.

Tipp 3: Eine kleine Massage, gefällig

Nicht nur von innen, sondern auch von außen können Muskeln entspannt werden. Wenn du also Zeit hast, gönne dir doch jetzt abends eine ausgiebige Massage.

Ist der Arbeitstag noch nicht vorbei, so kann auch eine kurze Selbstmassage wahre Wunder bewirken. Führe mit einem leichten Druck kreisende Bewegungen aus und fahre zum Beispiel über Stirn, Augenbrauen, Schläfen, Hals und Nacken. So verschaffst du dir eine kurze Denkpause, kannst die Augen für zwei Minuten schließen und dabei Verspannungen lösen.

Noch effektiver wird die Selbstmassage, wenn du ein wenig Akupressur machst. Übe zum Beispiel leichten Druck auf die weiche Stelle zwischen Zeigefinger und Daumen an deiner Hand aus. Halte diesen Druck jeweils für einige Sekunden, lasse dann wieder locker und übe ihn dann erneut für einige Sekunden aus. Nach etwa einer Minute kannst du die Hände wechseln. Dasselbe kannst du mit dem sogenannten Notfallpunkt tun, der Stelle genau in der Mitte deiner Handfläche.

Tipp 4: In den Pausen tief ein- und wieder ausatmen

Vom effektiven Beruhigen haben viele von euch schon im Yoga gehört oder sogar in einer Yogastunde gelernt. Wirksam und simpel ist das bewusste Atmen. Durch Stress, vor allem emotionalen Stress, neigen wir nämlich dazu, flach zu atmen. Diese flache Atmung bewirkt, dass das Gehirn schlechter mit Sauerstoff versorgt wird und wir manchmal „nicht mehr klar denken“ können. Atme daher mehrmals tief ein und wieder aus. Du wirst nun direkt spüren, wie sich dein Herzschlag beruhigt und du dich auch mental entspannst: Nach ein paar Minuten bist du dann wieder in der Lage, eine passende Lösung für deine Kunden zu finden, ohne dass du dich von negativen Emotionen leiten lässt.

Tipp 5: Beethoven, Mozart & Co, Rap, HipHop oder Peter Maffay

Dass klassische Musik der Entspannung dient, wurde bereits in vielen Studien bewiesen. Doch nicht nur klassische Klänge können bei der Beruhigung helfen, der Musik wird allgemein eine wohltuende Wirkung auf Körper und Geist zugesprochen. Parallel dazu wird das Stresshormon Cortisol abgebaut. Die Daten einer aktuellen Studie zeigen, dass es bei der stressreduzierenden Wirkung der Musik nicht auf die gehörte Musik an sich ankommt, sondern auf die Gründe des Musikhörens.

Greif daher das nächste Mal, wenn der Stress unerträglich wird oder die Emotionen überkochen, in der Pause vor oder nach der Arbeit zum Kopfhörer und höre deine Lieblingsmusik. Egal, ob du dich für Heavy Metal oder die aktuellen Charts entscheidest, die Klänge werden sich positiv auf dein Nervensystem auswirken. Besonders effektiv ist das übrigens, wenn du lauthals mitsingst. Das lenkt von der Stresssituation ab, stoppt den Gedankenkreis, lockert die Atmung und macht auch noch Spaß. Wenn das im Reisebüro in der Regel nicht möglich ist, probiere es doch mal auf der Heimfahrt im Feierabendstau oder morgens unter der Dusche aus.

Tipp 6: Lachen ist gesund

Das Sprichwort „Lachen ist die beste Medizin“ hat nämlich einen wahren Kern: Wer lacht, ist glücklich und das Glücklichsein ist ja bekanntlich die wichtigste Grundlage für ein gesundes und langes Leben. Doch das Spannende ist, dass dieser Mechanismus auch andersherum funktioniert. Das bedeutet: Wenn du lachst, denkt dein Gehirn, du seist glücklich. Es schüttet also bei einem „falschen“ Lachen dieselben Glückshormone aus wie bei einem echten. Egal, ob dir also in Wirklichkeit zum Lachen oder zum Weinen zumute ist, versuche stets zu lächeln. So wirst du glücklicher, gelassener und auch beliebter durchs Leben gehen.

Tipp 7: Deine Einstellung ändern, hilft auch

Doch nicht nur die genannten Entspannungsmechanismen helfen dir dabei, in jeder Situation Ruhe zu bewahren, sondern auch deine Denkweise trägt einen großen Teil dazu bei. Mit der richtigen Einstellung gehst du gelassener durch den Arbeitsalltag und wirst weniger häufig auf solche Tipps zur Beruhigung zurückgreifen müssen. Ein erster Schritt ist es dabei, stets das große Ganze im Blick zu behalten. Das bedeutet: Egal, als wie schlimm oder belastend du die Situation momentan empfindest, schon am nächsten Tag, in einer Woche, einem Monat oder auch in einem Jahr wird sie gewiss fast vergessen sein und vielleicht musst du im Nachhinein sogar darüber lachen oder hast zumindest eine neue Geschichte aus deinem Reisebüroleben. Sehe das Problem daher als wichtige Erfahrung und ziehe eine Lehre daraus. Und dann lehnst du dich ein bisschen entspannter zurück und wartest, bis der Sturm vorbeigezogen ist…

Tipp 8: Es ist stets eine Frage des Blickwinkels

Doch du musst nicht unbedingt abwarten, bis es dir besser geht, sondern du könntest bereits jetzt deinen Blickwinkel ändern und dadurch in Zukunft auch in schwierigen Situationen Ruhe bewahren. Wie? Ganz einfach: Behalte das Sprichwort im Hinterkopf „Schlimmer geht immer“. Tatsächlich regen wir uns in den meisten Fällen über Geschehnisse, Probleme oder Situationen auf, über die andere Menschen, denen es viel schlechter geht als uns, nur lachen könnten. Es ist daher wichtig, dass du dankbar bleibst und dich auf die positiven Dinge in deinem Leben konzentrierst.

Wut oder Frustration machen auf Dauer nämlich nicht nur krank, sie lenken den Fokus auch auf die negativen Dinge im Leben, wodurch du dich in eine Abwärtsspirale begibst: Du hast bei der Arbeit einen Fehler gemacht, dein Kind ist krank und nörgelig und als du rückwärts aus dem Parkplatz fahren wolltest, hast du eine Säule gestreift. Während du an anderen Tagen vielleicht darüber gelacht hättest, bist du heute auf das Negative fokussiert und regst dich schrecklich auf. Stattdessen könntest du dich über einen liebevollen Partner, der zu Hause wartet, die hilfreiche Kollegin, welche dir unter die Arme greift, ein warmes Abendessen und ein Dach über dem Kopf freuen. Letzteres ist nämlich für viele Menschen auf der Welt alles andere als selbstverständlich. Und nun frage dich erneut: Hast du wirklich Grund zur Klage und zum Jammern?

Tipp 9: Arschengel?

Der Diplom-Psychologe und Autor Robert Betz prägte den Begriff der „Arschengel“. Wenn du dich also das nächste Mal über eine Person aufregen oder diese verurteilst, mach dir bewusst: Das Handeln, die Denkweise und Worte anderer Menschen richten sich niemals gegen dich als Person. Sie sind vielmehr ein Spiegelbild der Persönlichkeit, Charaktereigenschaften, Werte und Moralvorstellungen dieses Menschen. Wenn er dadurch in dir Ärger, Wut, Trauer, Neid oder andere negative Gefühle hervorruft, solltest du das als wichtige Lehre ansehen. Es hat sicher einen Grund, dass dieser Mensch genau dir mit diesem Spiegelbild begegnet. Ziehe aus negativen Erlebnissen und Emotionen also Rückschlüsse darüber, welche Art Mensch du sein möchtest und welche nicht. So kannst du diese Arschengel auch als Herausforderung sehen, dich selbst als Mensch weiterzuentwickeln und das Beste aus dir heraus zu holen.

Betz fordert sogar, dass du für einen Arschengel eine tiefe Dankbarkeit entwickelst. Ob du das willst oder nicht, liegt bei dir. Dennoch hilft diese Sichtweise dabei, dass du zukünftig in jeder Situation Ruhe bewahren könntest. Im folgenden YouTube Video erklärt Robert Betz seine These noch einmal: https://www.youtube.com/watch?v=3wkBb6d2UGA

Tipp 10: Lasse los, dann hast du 2 Hände frei

Der letzte Tipp, welcher dich zu einer tiefen inneren Ruhe und Gelassenheit führen wird, lautet: Lasse los, was du nicht beeinflussen kannst. Egal, ob du an Schicksal oder Zufälle glauben, du kannst deine Zukunft so oder so nur begrenzt vorherbestimmen. Selbst wenn du deinen Job gut machst, kann dein Reisebüro insolvent gehen und du verlierst deine Arbeitsstelle.

Trotz, dass du dich gesund ernährst und viel Sport treibst, kannst du krank werden oder einen Unfall haben. Das hat vermutlich jeder von uns schon erlebt oder gehört. Und selbst wenn du bereits seit 30 Jahren verheiratet bist, ist eine Scheidung nie auszuschließen. Es geht hier nicht um Schwarzmalerei, sondern du solltest dir bewusst machen, dass das Leben seine eigenen Wege geht und du dagegen manchmal einfach nichts tun kannst.

Versuche also nicht immer zwanghaft die Kontrolle zu behalten, sondern lehne dich auch einmal entspannt zurück und vertraue darauf, dass du dein persönliches Happy End haben wirst. Das du vertrauen darfst und geschützt bist.

Die scheinbar schlimmsten Erlebnisse führen manchmal im Nachhinein zu den besten Resultaten. Wie sagt man so schön: „Wenn sich eine Türe schließt, geht dafür eine andere auf.“ Warte also erst einmal ab, ob sich aus der momentan schwierigen Situation nicht vielleicht in einiger Zeit eine wunderbare Gelegenheit ergeben wird. Und wenn nicht, so kannst du das auch nicht ändern. Nehme dir daher die humorvollen, aber absolut wahren Worte des Philosophen Gaur Gopal Prabhu zu Herzen: https://www.youtube.com/watch?v=9YRjX3A_8cM

Mit diesen Worten schicke ich dich in den Tag:

„Verstehen kann man das Leben rückwärts; leben muss man es aber vorwärts.“

Soren Kierkegaard, dänischer Schriftsteller, Theologe und Philosoph, 1813-1855

Bleib großartig!

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