10 Tipps: So motiviere ich meine Mitarbeiter im Reisebüro

Reisebüro-Mitarbeiter sollen selbstständig arbeiten, verantwortungsvoll handeln, unternehmerisch denken und auch noch kreativ sein. Sie sollen das alles gern tun, mit viel Spaß bei der Sache sein und sich mit den Kunden und ihren Kollegen großartig verstehen! Ach ja und technisch sollen sie auch gut drauf sein und freundlich, liebenswürdig und allzeit bereit…uiiiii…

…Solche Wünsche hatte ich auch in meinen vielen Jahren als Chefin – da bleibt Enttäuschung in der Regel nicht erspart. Denn praktisch gesehen, freuen wir uns alle über „eierlegende Wollmilchschweinchen“. Aber wie geht das MOTIVIEREN und was ist dabei wichtig?

Einiges kannst du als Vorgesetzte beeinflussen. Schau mal – hier meine 10 Tipps:

  1. Sei aufrichtig. Dann entsteht ein Vertrauensverhältnis und daraus wächst Loyalität und Verbundenheit. Kleine Probleme werden nebensächlicher und die Mitarbeiter belastbarer. Sie zeigen eine höhere Bereitschaft, sich einzusetzen und auch phasenweise unter anstrengenden Bedingungen zu arbeiten.
  2. Sei eine authentische Führungskraft und lebe vor, was du einforderst. Du kannst nicht Wasser predigen und Wein trinken. Für mich bedeutet das, dass man seine Gefühle lebt. Dass man seine Emotionen kennt, annimmt und die gesellschaftlichen Programmierungen, die nicht zu einem selbst passen, ablegt. Denn wenn ich mich verstelle, nur um anderen zu gefallen, und mich selbst dauernd zurücknehmen muss, dann kann das ganz schön Druck aufbauen.
  3. Hör dem Mitarbeiter gut zu. Lass ihn erzählen und zeige Verständnis für seine Situation. Dann kannst du ihn auch bei der Lösungssuche unterstützen und begleiten. Nimm deinen Mitarbeiter ernst. Zeige, dass er wichtig ist und in der Firma und von dir gebraucht wird. Allerdings nicht nur symbolisch – nicht nur Hände schütteln – sondern frage ihn auch um Rat und beziehe ihn bei deinen nächsten Schritten mit ein.
  4. Melde Erfolge zurück – die beste Mitarbeitermotivation ist eine Kombination aus Vertrauen und positiven Feedback. „Nichts gesagt ist genug gelobt.“ – ein, vermutlich nicht nur schwäbischer, falscher Ansatz.
  5. Binde deine Mitarbeiter in interne Vorgänge mit ein. Frage sie nach Vorschlägen und Ideen. Mitarbeiter wissen gern Bescheid und können dann auch selbstständiger agieren und Verantwortung übernehmen.
  6. Gib deinen Mitarbeitern die Chance auf Weiterbildung – lasse sie auch mal ein Seminar zur Persönlichkeitsentwicklung besuchen. Und dass regelmäßige Informationsreisen zur Horizont- und Wissenserweiterung gehören, hat sich ja schon rumgesprochen.
  7. Vereinbare mit dem Mitarbeiter erreichbare Ziele. Nur wer sein Ziel kennt, weiß wie er da hinkommt. Bespreche nicht nur die Umsatzziele, sondern auch Ziele für die persönliche und berufliche Weiterentwicklung.
  8. Führe regelmäßige Meetings und Besprechungen mit dem Team durch. Bleibe am Puls deiner Mitarbeiter, höre gut zu, wenn sie über ihre Alltagsprobleme erzählen. Hab Vertrauen. Mitarbeiter kennen den Reisebüro-Alltag und die Abläufe ganz genau und haben oft die besten Ideen zur Verbesserung. Reagiere dann auch auf gewünschte Veränderungen und setze sie um, wenn sie nötig sind.
  9. Lobe richtig, aber halte keine Sonntagsreden. Nicht so was wie „Der Mitarbeiter steht bei uns im Vordergrund.“ Sie sind abgedroschen und unglaubwürdig. Lob ist eine Form spontaner Wertschätzung. Lob ist im Idealfall ganz konkret, damit der Gelobte weiß, warum er oder sie es erhält. Vergleichbar ist diese Form der Wertschätzung mit einem gelegentlichen Schulterklopfen.
  10. Bedanke dich und zeige deine Anerkennung. Anerkennung ist mehr Haltung als spontane Euphorie: Du erkennst damit die regelmäßige Qualität oder Leistung des Mitarbeiters an und respektierst und schätzt ihn dafür. Anerkennung muss also nicht konkret oder auf den Einzelfall bezogen sein, im Gegenteil: Sie beurteilt das Gesamtbild. Du gibst ein qualifiziertes Feedback, ausführlicher als ein spontanes Schulterklopfen.

Geld wird als Motivationsgeber überschätzt, sagt man. Gegen ab und zu einen Bonus für besondere Leistungen, Verkäufe oder Projekte spricht nichts. Auf die Dauer sind allerdings die aufgeführten 10 Tipps viel motivierender.

Das wir uns in diesem Punkt richtig verstehen: Gute Mitarbeiter sollen gutes Geld verdienen. Gute Mitarbeiter kennen sowieso ihren Marktwert. Gute Mitarbeiter sind eine gute Investition in die Zukunft. Denke da bitte großzügig. Denn wenn ein guter Mitarbeiter geht und du einen neuen holen musst, wird das immer extrem teuer und riskant.

Hast Du noch weitere Tipps zum Thema Mitarbeiter-Motivation für uns alle auf Lager? Wie immer freue ich mich sehr über hilfreiche Kommentare und Ideen aus euren Reihen.

Jetzt bist du gefragt:

  • Welche weiteren Tipps zum Thema Mitarbeiter-Motivation hast du für uns alle auf Lager?
  • Was motiviert dich in deinem Reisebüro?
  • Mache den Selbsttest zur Überprüfung: Download(PDF) zum Ausdrucken

Wie immer freue ich mich sehr über hilfreiche Kommentare und Ideen aus euren Reihen!

4 Kommentare
  1. René Morawetz
    René Morawetz sagte:

    Danke: Sei (eine) authentisch(e Führungskraft) und lebe vor, was du einforderst. Du kannst nicht Wasser predigen und Wein trinken. Für mich bedeutet das, dass man seine Gefühle lebt. Dass man seine Emotionen kennt, annimmt und die gesellschaftlichen Programmierungen, die nicht zu einem selbst passen, ablegt. Denn wenn ich mich verstelle, nur um anderen zu gefallen, und mich selbst dauernd zurücknehmen muss, dann kann das ganz schön Druck aufbauen.

    Ich liebe diesen 2. Punkt so wahr und so allgemein gültig! ❤️

    Antworten
    • Margit Heuser
      Margit Heuser sagte:

      Hallole mein lieber Freund, danke für deinen Kommentar. Ja, diesen Punkt liebe ich auch und ich halte meine Fahne für alle hoch, die so leben und führen, wie sie es für richtig halten. Das heißt ja auch gleichzeitig, dass ich immer in meinem eigenen Lern-Führungs-Projekt bin und mich entwickeln und wachsen darf. Schöne Grüße an die 3

      Antworten
  2. Bernd Schray
    Bernd Schray sagte:

    Hallo Margit, gute Tipps.
    Was meinst Du dazu?
    In einer kleinen Einheit ( Reisebüros sind in der Regel kleine Einheiten), empfiehlt sich zwei- oder dreimal im Jahr eine gemeinsame Freizeitaktivität. Zum Beispiel ins Kino, in eine Gartenwirtschaft, Bowling, etc.
    Das schweißt zusammen und man lernt die Leute auf einer privaten Ebene besser kennen.
    Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht. Das bindet und motiviert .. (im Prinzip, sagt Radio Eriwan).
    ps: Manchmal kann man auch Überraschungen erleben, aber das ist genauso wichtig für die Teambildung.
    Gruss, Bernd

    Antworten
    • Margit Heuser
      Margit Heuser sagte:

      Hallo Bernd, danke für den Kommentar. Ja, das ist eine gute Idee. Einfach mal etwas anderes zusammenmachen. Es werden nie alle dabei sein – das macht nichts – Hauptsache ist, dass dieses Miteinander Spaß macht und wieder für den Alltag motiviert. Liebe Grüße Margit

      Antworten

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.