Es geht jetzt vor allem um Vertrauen

Ja, es ist gerade alles auf den Kopf gestellt. Auch bei mir: Bis Ende April alle Aufträge storniert – und das als Freiberuflerin. Ich dachte, nicht so schlimm – habe ja noch meine Ferienwohnung zum Vermieten. Bravo! Jetzt kommen auch keine Gäste mehr. Leichte Panik, Sorgen, Ungewissheit und ständig negative Nachrichten…

UND es gibt tatsächlich auch in dieser anstrengenden Zeit schöne Begleiterscheinungen:

Viele Menschen sind freundlicher, es wird viel mehr miteinander gesprochen, alle sind verständnisvoll. Egal mit wem ich gerade telefonieren, alle teilen sich mit und es kommt mir vor, als wenn mehr gelacht wird. Hier im Allgäu laufen viel mehr Menschen am helllichten Tag in der Natur spazieren. Selbst in meiner Zahnarztpraxis sind sie furchtbar freundlich – dafür waren sie bisher nicht sonderlich bekannt. Es gibt Nachbarschaftshilfe, viele nette Worte und ganz oft höre ich „Bleib gesund.“

Ja, bleib gesund und vertraue dem Leben.

Vertrauen ins Leben bedeutet Vertrauen in dich selbst

Es gibt Momente, in denen spürst du deine eigene innere Kraft. Du bist glücklich, stolz, voller Tatendrang, rundum zufrieden.

Doch die meiste Zeit bist du dir dieser inneren Kraft nicht bewusst und auch nicht in Verbindung mit deiner eigenen Stärke.

Es gilt also, besonders jetzt, sich daran zu erinnern und sich vor Augen zu führen, dass diese Kraft viel umfassender ist, als du es dir vorstellen kannst.

Oft setzen wir unserer Kraft selbst Grenzen: „Das wird nichts, das kann ich nicht, dass können andere viel besser.“ Wenn du deiner Kraft Grenzen setzt, darfst du diese Grenzen selbst erweitern oder gar vollständig sprengen. Deine innere Kraft ist immer da. Wenn du den Zugang zu ihr nicht verwehrst, sondern dich mit ihr verbindest, dann kann sie auch wirken. Darauf darfst du vertrauen.

Selbsterfüllende Prophezeiung

So nennen Psychologen den Effekt, dass das, was wir erwarten, meistens auch eintrifft. Der österreichische Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick sprach von einem “magischen, wirklichkeitsschaffenden Effekt”. Das sagt aus, dass wir unsere Wirklichkeit selbst erschaffen. Das ist ähnlich wie „Bestellung beim Universum“ von Bärbel Mohr lesen und dann ab sofort einen Parkplatz finden.

In der Abwesenheit von Vertrauen wächst Zweifel und Angst. Wenn eine Situation auf dich zu oder du in eine Handlung gehst, hast du vielleicht Vorahnungen und Annahmen, die dich blockieren. Ich bin froh, dass es auch umgekehrt funktioniert: Gehst du voller Vertrauen an eine Sache ran, handelst du ganz anders und hast dadurch auch andere, vermutlich bessere Ergebnisse.

Es klappt mal was nicht oder läuft nicht so glatt?

Menschen mit Vertrauen ins Leben nehmen das nicht wie ein Scheitern an. Sie haben dann das Vertrauen, dass es für irgendwas gut war – sei es, dass es dich etwas lehrt oder dich vor einem größeren Fehler schützt. Auch wenn wir es nicht gleich erkennen, kannst du trotzdem entscheiden zu vertrauen. Zum Beispiel, wenn du im Stau stehst oder in der Warteschleife beim Veranstalter hängst. Oder dir ist ein kleiner Fehler passiert. Ärgere dich nicht. Auch wenn du es nicht gleich erkennst, kannst du dich trotzdem entscheiden, zu vertrauen.

Du bist die Schöpferin, der Schöpfer deines Lebens

Dein Selbstbild, also wie du dich selbst siehst, welchen Wert und welche Position du dir in der Welt gibst, beeinflusst dein Verhalten.

Genauso ist es mit der Perspektive, der Sichtweise auf die Welt. Deine Perspektive beeinflusst deine Wahrnehmung, welche deine Überzeugungen, Vorstellungen und Glaubenssätze prägt. Auf ihnen wiederum bauen sich deine Erfahrungen auf. Du sammelst immer wieder entsprechende Erfahrungen und erschaffst so deine Realität. Es geht also sehr tief und fängt mit deinem Bewusstsein an, durch das du dein Leben selbst erschaffen kannst.

Perspektivenwechsel: Alles ist gut

Es ist okay, wenn wir mal nicht weiterwissen, wenn wir nicht wissen, wohin mit uns selbst. Es ist okay, wenn wir mal wütend oder traurig sind. Auch, wenn es gerade weh tut, auch, wenn wir selbst es gerade nicht sehen.

Alles ist gut. Auch das ist Vertrauen.

Loslassen von Erwartungen

Ich habe gelernt, dass es im Leben meistens so kommt, wie es gut für mich ist, aber nicht unbedingt, wie ich denke, dass es sein sollte.

Vertrauen hat also viel mit Loslassen zu tun. Loslassen vom Glauben, alles zu wissen. Loslassen von Erwartungen, wie etwas zu sein hat. Loslassen davon, alles sofort und gleich verstehen zu wollen. Loslassen wie andere Menschen sein sollten.

Meistens verstehen wir die Dinge rückwirkend und sehen erst dann, für was sie gut waren.

Es gibt keine Probleme, nur Herausforderungen

Für mich gibt es keine Probleme, die sich nicht lösen lassen. Ich denke in Lösungen, nicht in Problemen. Und ich habe tiefes Vertrauen, dass sich jede Herausforderung meistern lässt und es für jedes Problem eine Lösung findet.

Für mich war es sehr wichtig zu verstehen, dass Herausforderungen und Rückschläge dazugehören, wir uns aber nicht von Hindernissen zurückschrecken lassen sollten. Oft machen sie dich stärker und bringen dich letztendlich viel weiter voran.

Vertrauen trotz Enttäuschungen

Natürlich schützt dich Vertrauen nicht vor Enttäuschung, Verzweiflung, Schmerz und Trauer.

Auch Menschen mit Vertrauen ins Leben sehen mal ihre Träume platzen, doch sie lassen sich dadurch nicht von ihrem Vertrauen in sich selbst, in das Gute und in das Leben abbringen. Sie halten an dem Vertrauen fest, denn sie ist der Nährboden dafür, dass aus der Asche wieder etwas Neues, Schönes entstehen kann.

Das ist die Voraussetzung dafür, dass das Gute wachsen kann und dass wir es auch erkennen. Mit Vertrauen schaffst du es, selbst in schwierigen Zeiten nicht aufzugeben und zu verharren, sondern nach vorne zu schauen.

Ein Leben voller Vertrauen ist ein glückliches Leben. Es geht jetzt vor allem um Vertrauen.

Bitte melde  dich, wenn du mich brauchst. Trost, Motivation, Unterstützung, eine Idee – was auch immer!

Ich bin für euch da

Die Margit

2 Kommentare
  1. Silke Edel-Pfannschmidt
    Silke Edel-Pfannschmidt sagte:

    Hallo liebe Frau Heuser,

    Ihre heutige Email hat es auf den Punkt gebracht. Im Moment komme ich mir tatsächlich vor wie in einem Film und habe das Gefühl, mein Körper befindet sich im Notfallmodus. Ich funktioniere, doch die Freude an unserer Arbeit ist verflogen. Es ist unglaublich schwer, beim Kunden Zuversicht auszustrahlen. Dennoch bin ich für meine Kunden da, habe den Kontakt aufrecht erhalten, habe Ihnen das Gefühl gegeben, dass ich für Sie da bin.

    Das hat sich ausgezahlt. Ich erfahre aktuell ganz viele nette Worte. Dafür bin ich sehr dankbar. Es gibt doch nichts schöneres als die Wertschätzung unserer Kunden.

    Ich habe mir ein tägliches Programm verordnet. Morgens mache ich ein 15-minütiges Workout, dann frühstücke ich in Ruhe, arbeite dann konzentriert bis Mittag. Nach dem Mittagessen gehe ich für 1 Stunde spazieren.

    Nachmittags checke ich nochmal die aktuellen Entwicklungen und nutze die Zeit für Weiterbildungen, damit ich auch etwas tue, was mich wieder aufbaut.

    Ich hoffe, dass diese Situation bald überwunden ist und wir wieder mit Freude Reisen verkaufen können.

    Ich wünsche Ihnen alles Gute. Danke für Ihre mentale Unterstützung. Bleiben Sie gesund.

    Herzliche Grüße aus dem sonnigen Schwäbisch Hall.

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