Flugangst ade – und die Welt gehört euch und euren Reisebüro-Kunden!

Über den Wolken, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein. Welche Freiheit, wenn man wie ein Häschen im Sessel sitzt oder schon schweißgebadet während dem Start ist? Früher bin ich ganz locker überall hingeflogen, ohne mir was dabei zu denken. Und heute, fliege ich manchmal mit einem bisschen mulmigen Gefühl und bin immer froh, wieder Boden unter den Füssen zu haben. Vielleicht hat sich das verändert, seit ich Kinder habe, wer weiß?

Das gibt es auch unter euch, den Reisebüro-Menschen und auf jeden Fall auch bei euren Kunden. Entweder fliegen sie vor lauter Flugangst überhaupt nicht oder nur mit größten Überredungskünsten.

Ob ihr unter Flugangst leidet oder eure Kunden, hier kommen 12 ultimative Tipps:

Tipp Nr. 1 Lass dich vor dem Abflug nicht stressen

Ein Flug ist für Menschen mit Flugangst nervenaufreibend genug, warum sich also im Vorfeld unnötig mit Stress belasten. Lege dir deine Reiseutensilien am Vorabend so hin, dass du diese am Reisetag gut finden kannst. Denke an die Unterlagen, den Ausweis bzw. Reisepass und alle deine Gepäckstücke. Packe deinen Koffer bereits am Vortag und organisiere dir rechtzeitig – am besten über dein Reisebüro – einen Transfer zum Flughafen. Besonders stressfrei wird der Tag deines Abflugs, wenn du den Check-in online erledigst, genügend Zeit für die Anreise einplanst und früh genug am Schalter bist.

Tipp Nr. 2 Beschäftige dich mit dem Thema Fliegen

Je mehr du dich mit dem Thema Fliegen auseinander setzt, desto vertrauter wird es dir. Informiere dich doch einmal über die Geschichte der Fliegerei. Du wirst erfahren, dass das Flugzeug als sicherstes Verkehrsmittel überhaupt gilt. Es gibt inzwischen genügend Literatur, in der die Start- und Landeprozesse verständlich beschrieben werden. Vielleicht besuchst du mal einen Flughafen? Du kannst vor Ort beobachten, wie die Flugzeuge starten und landen und wie die Passagiere an und abreisen. Du wirst sehen, dass die meisten von ihnen ganz normal aussehen und keinesfalls schreckensbleich umherwandeln.

Tipp Nr. 3 Wähle bequeme Kleidung

Auch Kleidung kann zum Wohlbefinden beitragen. Ziehe für den Flug bequeme Kleidung an, in denen du dich wohlfühlst. Allerdings sollte die Kleidung nicht zu warm sein, denn wer nervös ist, schwitzt ohnehin ein wenig. Am Besten im klassischen Zwiebellook. Auch sollte deine Kleidung dich nicht einengen oder dich beim Atmen behindern. Enge Krawatten und Kragen sind nicht empfehlenswert und ein zu enger Gürtel kann den Druck auf den ohnehin schon nervösen Magen erhöhen.

Tipp Nr. 4 Wähle den richtigen Sitzplatz

Da Flugangst manchmal in engem Zusammenhang mit Platzangst steht, solltest du einen Sitzplatz wählen, wo du dich am wohlsten fühlst. Wenn du unter der Enge in der Flugzeugkabine leidest, wähle am besten einen Sitzplatz am Gang. So vermeidest du das physische Gefühl des „Eingesperrtseins“ und musst dir den Ausblick am Fenster gar nicht erst vorstellen. Allerdings findet manch andere einen Sitzplatz am Fenster viel besser. Da können sie ihre Gedanken schweifen lassen und werden nicht durch die anderen Passagiere gestört.

Tipp Nr. 5 Weihe andere Personen ein

Auch wenn es dir vielleicht peinlich ist, informiere deinen Sitznachbarn über deine Flugangst. Eingeweihte Personen können dich ablenken und beruhigen. Das Beste daran: Du fühlst dich nicht alleine und der zusätzliche Stress deine Nervosität vor Anderen zu verbergen, fällt weg. Vielleicht geht es deinem Sitznachbarn ja ähnlich, wer weiß?

Tipp Nr. 6 Keine Panik vor der Panik

Akzeptiere deine Angst und versuche nicht gegen sie anzukämpfen. Du bist nervös und das ist in Ordnung. Das Leugnen der eigenen Ängste kostet dich unnötige Energie. ABER: Verzichte auf pessimistische Gedankenspiele, wie „Was wäre, wenn …“.

Tipp Nr. 7 Ein leerer Magen, fliegt nicht gern

Nie mit leerem Magen in ein Flugzeug steigen! Das flaue Gefühl verstärkt sich dadurch nur. Auch wenn dir vermutlich nicht danach ist: Iss etwas Leichtes und nimm genug Flüssigkeit zu dir. Allerdings möglichst keinen Alkohol…

Tipp Nr. 8 Richtiges Atmen/Sitzen

Achte darauf, länger aus- als einzuatmen. Tiefe Atemzüge und immer in Richtung zu deinem Herz – so vermeidest du Panikattacken. Und das ist mindestens genauso wichtig: Gerade sitzen und beide Beine fest auf den Boden stellen. Wenn du Angst vor luftigen Höhen hast, kann diese „Erdung“ Wunder bewirken.

Tipp Nr. 9 Relaxing-Übung und meditieren

Die folgende Übung ist sehr einfach und hilft effektiv gegen das Gefühl des Unwohlseins: Schultern bis zum Ohr ziehen, 10 Sekunden halten und dabei einatmen. Beim Ausatmen die Schultern wieder entspannen. Nach 5 Wiederholungen, solltest du dich bereits viel entspannter fühlen. Auch das Streicheln deines Bauches mit kreisförmigen Bewegungen beruhigt.

Tipp Nr. 10 Lenke dich ab

Plaudere mit deinem Sitznachbarn, vertiefe dich in ein gutes Buch, träume zu deiner Lieblingsmusik oder nutze das On-Board-Entertainment. Kaue Kaugummi oder lutsche ein Bonbon. Ein gutes Buch oder entspannende Musik kann von Flugangst ablenken. Manche Damen schminken sich zur Ablenkung beim Start.

Tipp Nr. 11 Baldrian hilft auch oft

Baldriantropfen, Johanneskraut und Bachblüten-Rescue-Tropfen oder leichte Beruhigungsmittel (vom Arzt verschrieben) können gegen Flugangst helfen. Oft genügt jedoch schon die Gewissheit, Medikamente für den Notfall im Handgepäck zu haben.

Tipp Nr. 12 Es gibt professionelle Hilfe

Wenn keiner der oben angeführten Tipps funktioniert, solltest du professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Das deutsche Flugangstzentrum bietet spezielle Coachings und Beratungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz an. Diverse Airlines – wie beispielsweise die Lufthansa – veranstalten Seminare gegen Flugangst. Auch Fach-Ratgeber und DVDs können helfen, die Angst in den Griff zu bekommen.

Die grenzenlose Freiheit über den Wolken müssen sich manche Reisende erst »erobern« – für Flugängstliche gibt es Hilfen

Ein lieber Kollege coacht Flugängstliche und hat mir hier seinen Gastbeitrag zur Verfügung gestellt.

Herzlichen Dank an Peter Kensok, Stuttgart, www.coaching-kensok.de

Es ist wirklich schade, wenn jemand wegen Flugangst auf seine Traumreise oder seinen Reisetraum verzichten muss. Eine über 72-Jährige aus dem Badischen konnte deswegen ihren älteren Bruder in Philadelphia nicht besuchen. Eine andere Klientin sah mit Bangen dem Tag entgegen, an dem ihr Mann »jetzt endlich« in Rente geht. Wegen ihrer Flugangst würden sie nicht gemeinsam in die Länder reisen können, von denen beide seit vierzig Jahren träumen. – Nach einem Kurzzeit-Coaching mit wingwave konnten beide Frauen einchecken.

Es gibt also Lösungen für Flugangst. Betroffene können an manchen Flughäfen klassische Kurse besuchen und das Ergebnis mit einem Testflug überprüfen. In einer Fernsehdokumentation berichtete ein Mann, dass er den Pilotenschein machte, um sich seiner Angst zu stellen. Zumindest in kleinen Flugzeugen kam er danach zurecht, sofern er sie selbst flog.

Ich selbst unterstütze meine Flugängstlichen mit einer Methode, die sich aus der Traumatherapie ins (Leistungs-) Coaching hinüberbewegt hat. wingwave ist eine urheberrechtlich geschützte Verwandte des EMDR – Eye Movement Desensitization and Reprocessing. Beide Verfahren nutzen Augenbewegungen, um emotionale Blockaden zu einem Thema aufzulösen. Zum Beispiel Flugangst.

Wingwave tut nicht weh, wie kurzfristig die Spritze beim Zahnarzt oder etwas länger ein chirurgischer Eingriff. Aber es kommt dabei für den Coach wie für seinen Klienten immer wieder zu Überraschungen. Nach Erfahrungen mit Betroffenen hat deren Thema selten etwas mit dem eigentlichen Fliegen zu tun. Im Coaching erlebe ich immer wieder, wie fantastisch flexibel unser mentales System ist, um aus beliebigen Anlässen auf die Angst vor dem Fliegen einfach auszuweichen.

Die 72-Jährige aus dem Badischen beispielsweise fürchtete unbewusst ein Gespräch mit ihrer Schwägerin, mit der sie seit Jahrzehnten zerstritten ist. Jetzt lag die Schwägerin mit Krebs im Endstadium, und sich auszusprechen in diesem Leben schien unvermeidlich. Als die Flugängstlichen ihr eigentliches Thema hinter dem Thema annehmen konnte, war auch die Flugangst weg. Sie brauchte dieses Symptom nicht mehr, flog nach Philadelphia, kam glücklich zurück und sagte: »Jetzt schaue ich mir auch den Rest der Welt an!« – Nicht schlecht für 72, finde ich.

Für die Frau des zukünftigen Rentners oben waren Fernreisen bisher ausgeschlossen, da ihr Mann immer zugunsten der Karriere entschied. Sie hatte der Lösung vor Jahrzehnten zugestimmt, und die Ehe lief vielleicht gerade deshalb gut. Die Frau legte sich sogar einen Rosengarten mit längst vielfach prämierten Züchtungen zu. Jetzt zu seiner Rente länger zu verreisen, war für sie jedoch der blanke Horror. Die Rosen waren ihr Lebenswerk und ihre Art, Karriere zu machen, wie er es auf seine Weise getan hatte. Nachdem diese Verknüpfung aufgedeckt war, konnte die Rosendame über Kompromisse reden, die auch der frischgebackene Rentner mitträgt: »Flugangst adé – und die Welt gehört Ihnen!«

Im wingwave zur Flugangst gehen Coach und Klient gemeinsam auf solche Spurensuchen. Selbstverständlich reden Coach und Klient auch über die Themen, die mit der Flugangst verknüpft sind und stellen sich den Emotionen dahinter. Das Verfahren ist so optimiert, dass wingwave zu den Kurzzeit-Interventionen zählt. Wer nach fünf Stunden noch keine Veränderung spürt, für den ist wingwave für dieses Thema nicht das richtige Gegenmittel.

Hast du mit Flugangst zu kämpfen? Welche Tricks funktionieren bei dir?

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