Small talken im Reisebüro – Tipps für einen erfolgreichen Türöffner

Das kann sie einfach super: Die Kollegin spricht mit dem neuen Kunden, wie wenn sie sich schon ewig kennen würde. Locker und freundlich. Du merkst deutlich, dass der Kunde ganz offen ist und schon von seinem nächsten Urlaub erzählt. Es ist klar, er findet die Kollegin sympathisch, attraktiv und vertrauenswürdig. Und zack, ist er an ihrem Counter und zack, hat er schon was gebucht.

Ja, das möchtest Du auch können. So coole, leichte Gespräche führen und mit dem Kunden rasch in einen erfolgreichen Kontakt kommen.

Aber wie geht das? Hier 5 Tipps für den Weg zum perfekten Small Talker:

Tipp 1: Der richtige Zeitpunkt

Auf jeden Fall ist Small Talk gleich am Anfang bei der Begrüßung von neuen oder bekannten Kunden sehr empfehlenswert. Das ist eine wichtige Aufwärmphase für das folgende Verkaufsgespräch. Dadurch erhöht sich die Bereitschaft des Gegenübers dir zuzuhören und es steigt die Wahrscheinlichkeit deine Ziele eher zu erreichen.

So nebenbei ist ein cooler Small Talk auch besonders wichtig bei einem Kundenabend oder sollte der Kunde dir unterwegs beim Bäcker, Metzger oder bei der Post begegnen.

Tipp 2: Nutze den ersten Eindruck

Das wird gern gesagt: „Für den ersten Eindruck gibt es keine 2. Chance.“ So streng sehe ich das nicht. Und doch können wir gleich von Anfang an etwas für den guten Eindruck tun:

  • Zur Begrüßung aufstehen und entgegengehen und
  • eine offene Körperhaltung und die Hände nach vorne nehmen und
  • auch gern zum Händeschütteln – kein Muss, nur ein Vorschlag – ausstrecken.
  • Ein freundliches „Herzlich Willkommen“ auf den Lippen
  • und im allerbesten Fall namentlich vorstellen.
  • Einen natürlichen Blickkontakt halten und das richtige Maß zwischen Hinsehen und Wegsehen finden.
  • Nicken signalisiert. „Ich höre zu, ich bin einverstanden, wir verstehen uns!“
  • Lächeln. Das steht für freundliche und fröhliche Menschen und steckt an.
  • Noch eine goldene Regel: Zuhören ist wichtiger als Reden!

Tipp 3 Gleich und gleich gesellt sich gern

Es ist schon einige Zeit bekannt, dass wir am ehesten Menschen mögen, die Ähnlichkeiten mit uns haben oder die wir bewundern.

Welche Gemeinsamkeiten könntest du mit dem Kunden haben?

  • Er reist vermutlich auch gern, fährt vielleicht auch gern Schiff oder Auto
  • Er liebt Mallorca, Fernreisen oder Ferienwohnungen.
  • Er hat Kinder und
  • vielleicht sogar ein gemeinsames Hobby

Je mehr Gemeinsamkeiten du findest umso enger wird das Band zwischen dir und deinem Gesprächspartner.

Tipp 4: Lasse den anderen glänzen und zeige Interesse

Lasse ihn gut aussehen und stelle seine positiven Eigenschaften in den Mittelpunkt. Zeige dem Gegenüber was du an ihm bewunderst, für welche Infos du dankbar bist, was dir an ihm gefällt und was du für interessante neue, bereichernde Dinge erfahren hast.

Das geht natürlich auch mit ehrlichen Komplimente. Dabei lobe was dir besonders ins Auge fällt. Die Frisur, eine schöne Uhr,  Schmuck, etwas Besonderes an der Kleidung, die gebräunte Haut und (manchmal sogar) die netten Kinder.

Tipp 5: Diese unverfänglichen Themen kannst du am Anfang aufnehmen

Wenn Dir nichts anderes einfällt dann ist das Wetter immer ein gutes Thema. Der Verkehr, die Kinder, die Hobbys sind auch als Gesprächsthema dankbar. Und bei den Geschäftsleuten zieht auch immer eine kleine Branchenplauderei.

Und jetzt ergeben sich noch 2 Fragen

1. Wo kann ich Small talk üben?

Üben könnt Ihr überall wo Menschen sind und im besten Fall auch ein bisschen Zeit haben zum Zuhören. Plaudert doch mal mit dem Tankwart an der Tankstelle oder mit den Menschen im Supermarkt beim Anstehen. Ihr könnt euch mit dem Nebensitzer in der Bahn oder im Flugzeug unterhalten oder bei euren alltäglichen Routinegängen Interesse an den Menschen und Begegnungen zeigen.  

2. Kann ich auch Fehler machen?

Ja, wer nur von sich redet, macht sich unbeliebt. Hier ist Interesse an dem anderen angesagt. Und das kann auch niemand leiden: Alles besser wissen und Ratschläge erteilen.

Wenn es nicht unbedingt sein muss würde ich auch nicht über Krankheiten und persönliche Probleme reden.

Und jetzt noch etwas ganz Wichtiges:  Pass auf was Du denkst!

Deine Gedanken und Überzeugungen beeinflussen deine Art mit jemanden anderen umzugehen.

Also wenn du denkst, „Oh mein Gott, der nächste Kunde und ich habe noch so viel zu tun!“ oder „Nicht der schon wieder!“ oder „Schon wieder LastMinute…„, dann wird die Kommunikation nicht so leicht und locker wie du dir das wünscht und dich auch nicht zum gewünschten Buchungserfolg bringen.  Deine Gedanken sind spürbar und es kostet dann enorm viel Kraft dich ganz und gar auf den Kunden einzustellen.

Also mach es besser: Du setzt bei jedem Kunden frisch und fröhlich die Absicht: „Du bist ein wunderbarer Mensch und wirst einen tollen Urlaub bei mir buchen!“

Ich freue mich – wie immer – auf Eure Kommentare, Ideen und Wünsche. Bis bald!

6 Kommentare
  1. Kerstin Schneegans
    Kerstin Schneegans sagte:

    Liebe Margit, für mich „alten“ Touristiker ist es perfekt dies jetzt zu lesen! Oftmals bin ich so im Alltag und der Arbeit verstrickt, dass ich grundlegende Dinge einfach vergesse. Sei es nur das Aufstehen und Entgegengehen! Wenn sich dann noch der ein oder andere nicht so positive Gedanke einschleicht, brauch ich mich nicht zu wundern, wenn das Gespräch schwieriger ist und länger dauert. Danke für die Erinnerung!!!
    Herzliche Grüße
    Kerstin Schneegans

    Antworten
  2. Susanne Schönhofer -Arnold
    Susanne Schönhofer -Arnold sagte:

    Hi Margit, klasse Artikel. Spricht mich total an und ich finde mich ab und an wieder darin. Für mich ist ja momentan jeder Kunde neu. Vorstellen, Hand geben und mit offenen Armen begrüßen ist gerade bei mir an der Tagesordnung . Es ist so schön so ins Gespräch zu kommen und direkt einen guten Einstieg zu bekommen. Da klappt die Bedarfsermittlung gleich richtig gut und die Buchung ist nicht fern. Vielen Dank für deine tolle Arbeit

    Antworten
    • Margit Heuser
      Margit Heuser sagte:

      Danke liebe Susel. Ja, bei Dir ist es ganz wichtig wie Du von Anfang an wirkst – Du hast ja so eine tolle Ausstrahlung – lass es wirken. Und denk daran: Mach Termine so viel es geht.
      Bei Gelegenheit telefonieren wir mal…. Liebe Grüße Margit

      Antworten
  3. Silke Edel-Pfannschmidt
    Silke Edel-Pfannschmidt sagte:

    Hallo liebe Frau Heuser,
    das ist wieder ein sehr interessanter Artikel. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich etwas schwer tue, mit Leuten, die ich noch nicht kenne zu small talken. Die Ideen zum Üben finde ich klasse. Werde ich künftig nutzen, um meine Zurückhaltung zu überwinden. Kann dann berichten, wie ich voran komme.
    Herzliche Grüße
    Silke Edel-Pfannschmidt

    Antworten
    • Margit Heuser
      Margit Heuser sagte:

      Hallo liebe Frau Edel-Pfannschmidt, das freut mich immer so sehr, wenn Sie einen Kommentar schreiben. Vielen Dank dafür. Ja, Zurückhaltung ist in den ersten paar Minuten im Reisebüro nicht hilfreich. Frisch, cool und locker gehen Sie auf den Kunden zu (oder auch gern am Telefon) Ich werde mal ein Webinar darüber halten. Das schaffen Sie! Bis bald Ihre Margit Heuser

      Antworten

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